Achtung, Zombies! (1.Kor.15)

Oder warum mancheiner sich nicht mit dem Konzept der leiblichen Auferstehung der Toten anfreunden mag…

Einige Gedanken zu der Textpassage für den Gottesdienst am Mi., den 05.11.08.

“Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.” (1.Kor.15,20-21)

Die “Auferstehung der Toten” – das klingt nach einem schlechten B-Movie mit übersteigertem Makeup-Budget: ein bisschen gruselig, aber vor allem irgendwie getragen von einer grotesken Komik. Das dachten sich wohl auch einige der Gemeindemitglieder in Korinth (V.12), deren klassisch-hellenistisch gebildeter Verstand derartige Merkwürdigkeiten schlichtweg ablehnte. Paulus hält mit ebenso typisch-griechischer Logik dagegen: Jesus war ein wahrer Mensch, und er ist auferstanden – dafür gibt es jede Menge Zeugen (V.5-8) -, also muss eine Auferstehung von dem Tode zunächst einmal prinzipiell möglich sein.

Wer die Auferstehung dennoch kategorisch ablehnt, negiert damit also im Umkehrschluss de facto auch Jesu Auferstehung (V.16), was fatale Folgen hat, denn ein toter Heiland ist kein Heiland. Jesus Christus ist zwar am Kreuz für unsere Sünden gestorben und hat damit ein für allemal unsere Schuld auf sich genommen – dieses Opfer ist zwar nur “einmal gebracht”, aber “ewig gültig”, wie wir in jedem Gottesdienst hören können. Doch das Kreuz an sich bliebe ein bloßes Symbol, wenn wir nicht darauf hoffen könnten, dass ein lebendiger Christus vor Gott als Mittler für uns eintritt. (V.17) Das gilt nicht nur für die Lebenden, sondern auch für die Entschlafenen. (V.18)

Das 15. Kapitel des 1. Briefes an die Korinther liefert jedoch genügend Indizien, dass die angeschriebene Gemeinde noch an dem Glauben an Jesu Auferstehung festhält; Paulus kann diesen Umstand offensichtlich als gegeben voraussetzen. (V.20) Darauf baut er auf: Gleichwie die Menschheit sich mit dem Umstand, sterben zu müssen, abzufinden hat, seitdem der “erste Mensch” (Adam) gestorben ist, kann sie nun darauf hoffen, wiederaufzuerstehen, seit der erste Mensch, Jesus, auferstanden ist. (V.21-22) Jesus ist kein Einzel-, sondern ein Präzedenzfall. Das macht auch das Wort “Erstling” (V.23) deutlich: Der “Erste” steht zwangsläufig am Beginn einer Reihe – sonst wäre er der “Einzige”.

Was war dann aber das Problem? Wichtig in diesem Zusammenhang finde ich, dass die Juden und damit wohl auch die überwältigende Mehrheit der Judenchristen in den Urgemeinden ganz selbstverständlich an eine leiblich Auferstehung glaubten – womit wir wieder bei den B-Movies wären. Diese groteske Vorstellung scheint auch der eigentliche Knackpunkt aus Sicht der Korinther gewesen zu sein, denn Paulus geht zum Schluss des 15. Kapitels ganz intensiv darauf ein, wie wir uns die Auferstehung der Toten vorstellen können. (V35-49) Dabei bleibt er bei dem Konzept einer “leiblichen Auferstehung” (V.44), aber mit einem “geistlichen Leib”, der sich von dem “natürlichen Leib” in wichtigen Punkten unterscheidet. (V.42-43) Wichtigstes Merkmal: die Unverweslichkeit – also wird das wohl glücklicherweise nichts mit halbvergammelten Zombies im Stil der “Nacht der lebenden Toten”…

Letztlich läuft also wieder einmal alles auf die ökumenische Jahreslosung für 2008 hinaus: „Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ (Joh14,19) Bloß wie, darüber können wir uns heute noch garkeine Vorstellungen machen – geschweige denn Worte finden.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *