Nachdem wir in den letzten Folgen die aus meiner Sicht wirklich grundlegenden Einsteigertipps erfolgreich abgefrühstückt haben dürften, kommen wir so langsam aber sicher an’s Eingemachte. Ich möchte an dieser Stelle aber nochmals betonen, dass ich die bisher vorgebrachten Anregungen nicht zuletzt auch für mich selbst hier niedergeschrieben habe. Denn keinesfalls kann ich von mir sagen, diese Dinge in aller Regel zu beherzigen. Dies gilt noch weitaus mehr für die nun kommenden Punkte.
Eine Sache, von der ich meine, dass sie besonders wichtig ist, weil sie auf ein Wort Jesu zurückgeht und darüberhinaus auch ein “Alleinstellungsmerkmal” des Christentums darstellt, ist die Fürbitte für unsere Feinde. Nächstenliebe schließt in jedem Fall auch Feindesliebe mit ein (weil unser Nächster eben jedermann sein kann) – das erklärt Jesus eindrücklich und überzeugend in einem Abschnitt der Bergpredigt, wie Matthäus es uns in seinem Evangelium in Kap. 5, 43-48 überliefert hat. Dabei ist es nur ein kurzer Nebensatz, der große Wirkung in Deinem Leben entfalten könnte: “Bittet für die, die Euch verfolgen!”
Glücklicherweise wird in unseren Landstrichen nur noch wenige Bürger von ihren Mitmenschen angefeindet oder verfolgt. Wirkliche Feinde hat wohl kaum noch jemand. Doch da gibt es Leute, die Dich einfach nerven oder Dir unsympathisch sind. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Zeitgenossen, der Dir echte Probleme bereitet, indem er Dir in der Schule oder auf der Arbeit das Leben schwermacht. Das Spektrum beginnt aber bereits bei dem Typen, mit dem Du auf der Klassenfahrt / Geschäftsreise oder auch dem Jugendwochenende ganz bestimmt nicht das Zimmer teilen möchtest.
Hier kann Dein Gebet seine positive Kraft enfalten, und zwar auf beiden Seiten. Denn während Gott sicherlich auf Deine ernsthafte Bitte hin Herzen und Gedanken Deines “Widersachers” lenken kann, bewegst Du auch etwas in Dir, wenn Du Dich mit dieser Person und ihren Problemen auseinandersetzt. Das gibt Dir eine andere Sichtweise auf ihr Verhalten. Und Verständnis ist der erste Schritt auf den Anderen zu. Wichtiger Schlüssel zum Verständnis anderer ist das eigene Verstehenwollen. Wenn Du Dir während des Betens ernsthafte Gedanken darüber machst, was Gott Deinem Gegner Gutes tun könnte – was er also braucht -, dann kann eine (durchaus begrüßenswerte) Nebenwirkung davon sein, dass Gott auch Dir etwas schenkt: Ein Herz voll Liebe für Deinen Nächsten (vgl. Mt.5,44)
No Comments, Comment or Ping
Reply to “Bitte für die Ar…löcher! (Kleines 1×1 des Betens, Folge 5)”