EJT 2009: Unsere Materialien und ein wehmütiger Blick zurück

So langsam beginnt die Erinnerung wieder zu verblassen — der grandiose EJT 2009 ist Geschichte, ist unwiederbringlich aus und vorbei. Die Träume und Hoffnungen treffen auf die harte Realität in der Gemeinde und brauchen nach diesem Zusammenprall erstmal wieder intensive Pflege (in meinem Fall heißt das konkret: eine wohldosierte Mischung aus Dietrich Bonhoeffers Nachfolge und den von Stephan Schlensog zusammengetragenen Denkanstößen zum Glauben). Verändert hat sich hier leider nichts, und wer dieser Täuschung erlegen war und voller Erwartungen wiederkam, dürfte mittlerweile wieder ent-täuscht und auf dem Boden der Tatsachen zurück sein. Doch selbst wenn der Wunsch Vater des Gedankens sein sollte: Ich hoffe, dass der in Düsseldorf in über 30.000 Jugendliche gepflanzte Same der Freiheit aufgehen möge und eines Tages Frucht bringe!

Denn es hat mir Mut gemacht, wie offen, wie bunt und wie facettenreich dieser Jugendtag war. Endlich durfte eine Gruppe, die gerne gönnerhaft als “Kirche von morgen” auf unbestimmte Zeit in die Warteschleife verwiesen wird, ihre Gesichter zeigen, ihren Glauben (aus-)leben und ihre Gemeinschaft feiern. Ich schreibe bewusst “Gesichter”, weil mich begeistert hat, mit welcher Selbstverständlichkeit hier auf einmal genau die Pluralität gelebt wurde, die ich in vielen Gemeinden schmerzlich vermisse. Mir hat der EJT gezeigt: Inneres Einssein geht auch ohne extrinsisch forcierte Gleichschaltung.

Mittlerweile habe ich es auch geschafft, unsere Workshop-Materialien hochzuladen. Dabei geht es um die persönliche Auseinandersetzung mit Männern der Bibel, die mit uns durchaus sehr vertrauten Problemen zu kämpfen hatten: Etwa David, dessen Chef ihm aus Neid übel mitspielen wollte, und der, obwohl er die Chance gehabt hätte, sich dieses Problems ein für alle Mal zu entledigen, loyal blieb. Oder Elia, auf dem Gipfel seines Ruhmes derart ausgebrannt, dass er seine Aufgaben einfach hinschmeißen, ja, sogar sterben wollte. Oder Schadrach, Meschach und Abed-Nego, die drei high potentials mit besten Karrierechancen, die sich ihren Aufstieg aber zunächst gründlich vermasseln, weil sie mit der Staatsgewalt in Konflikt geraten…

Wer an den Workshopunterlagen interessiert ist, sich eins unserer provokanten Plakate ausdrucken möchte oder nochmal das Spiel aus dem Leuchtturm vom Norddeutschland-Stand spielen will, findet das jetzt alles hier.

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