Nimm Dir Zeit… viel Zeit! (Kleines 1×1 des Betens, Folge 1)

Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Die 1. Folge in einer Serie von Gedanken zu einem Gebetsleben, das diesen Namen auch verdient.
Ein Großteil unseres Gebetslebens wird von den ritualisierten Tageszeitengebeten geprägt – am Frühstückstisch, beim Abendbrot, vor dem Schlafengehen. In diesen Situationen hat man meist entweder nur wenig Zeit (weil sonst die Bahn weg ist oder das Essen kalt) oder ist rechtschaffen müde. Daher sind diese Gebete oft zweckgebunden und sehr kurz. Sie dauern meist weniger als dreißig Sekunden – und das ist so auch vollkommen in Ordnung! Jedenfalls, wenn es als Ausgleich dazu täglich noch mindestens ein weiteres, längeres Gebet gibt.

Betrachte dieses eine, längere Gebet als Deine tägliche Seelengymnastik – Du tust Dir damit selbst etwas Gutes! Ein einfacher Workout, um vital und agil zu bleiben. Nichts Großartiges, nur ein paar Fingerübungen, aber mit hohem Wirkungsgrad. Um diesen zu erreichen ist aber nicht die Quantität der gemachten Worte, sondern die Qualität der bewegten Gedanken erforderlich – das Gebet soll nicht in die Länge, sondern in die Tiefe gehen. Insofern darf auch ein solches, richtiges Gebet kurz sein. Wichtiger sind Herzenseinstellung und Inhaltsreichtum. Stimmen diese beiden Faktoren, dann belebt ein Gebet wie ein kurzer, schneller Spaziergang an der frischen Luft und gibt Dir Kraft und neuen Schwung. Dafür lohnt es doch sicherlich, sich etwa zehn Minuten Zeit zu nehmen? Ach, zehn Minuten, das klingt garnicht nach so furchtbar viel? Prima, um so besser! :-)

Entscheidend ist, dass diese zehn Minuten einen festen Platz in Deiner Tagesplanung bekommen. Das ist oft schwieriger als gedacht, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Selbst bei den besten Vorsätzen kommt immer wieder etwas dazwischen. Also muss Dein Gebet auch eine gewisse Priorität haben, um sich gegen die andere Konkurrenz (u.a. Deine Lieblingsserie und die natürliche Faulheit) durchsetzen zu können. Wenn Du wirklich beten willst, sollte das aber auch möglich sein – es geht wie gesagt lediglich um zehn Minuten. Beten wollen musst Du allerdings selbst… ;-)

Wenn Du willst, dann schau doch die nächsten Tage hier mal wieder vorbei! In der kommenden Woche möchte ich mich – auch anlässlich des Buß- und Bettages am Mittwoch – in einer kleinen Serie einmal intensiv mit dem praktischen Gebetsleben auseinandersetzen und meine Tipps und Tricks rund um’s Beten mit Euch teilen. Den Anstoss dazu hat unser heutiger Jugendgottesdienst gegeben.

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