…um die Kräfte neu zu ordnen.
Folge 2 in einer Serie von Gedanken zu einem Gebetsleben, das diesen Namen auch verdient.
Gestern ging es hier um die Notwendigkeit, sich täglich zehn Minuten Zeit fest einzuplanen, um seiner Seele die Chance zu geben, einmal richtig tief durchatmen zu können. Diese zehn Minuten müssen nicht unbedingt komplett mit dem eigentlich Beten ausgefüllt sein. Zunächst müssen wir ein paar Voraussetzungen schaffen, um überhaupt sinnvoll beten zu können. Besonders wichtig dabei: Ruhe.
Beten ist Konzentrationssache. Letztlich ist ein Gebet immer auch eine Meditation. Ein nebenbei laufender Fernseher ist da eher hinderlich. Sicher, man wird auch im größten Tohuwabohu ein kurzes Stoßgebet an Gott senden können, und bestimmt ist es möglich, auch bei laufendem Radio mal eben schnell für’s Essen zu danken – aber wirkliche Tiefe im Gebet kann man erst bei Stille erreichen. Aus diesem Grund sind mönchische Schweigeorden wie die Kartäuser entstanden. Für’s Erste sollte aber etwa ausreichen, Dein Handy lautlos zu schalten.
Das Herstellen äußerer Stille ist jedoch nur ein erster Schritt: Auch in Dir selbst muss Ruhe einkehren. Wie das geht, musst Du für Dich selbst herausfinden – jeder Mensch hat da andere Möglichkeiten. Mir persönlich hilft es, wenn ich mehrmals tief durchatme und mich ganz auf die Stille konzentriere, die mich umgibt, indem ich intensiv lausche. Dann merke ich, wie ich schlagartig ruhiger werde. Andere holen sich geistig ein bestimmtes Bild vor Augen, vielleicht eine Landschaft. Auch die Möglichkeit, einen kurzen Text zu lesen – ob aus der Bibel oder einem anderen geeigneten Buch – und sich damit gedanklich zu befassen, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Irgendwann merkst Du dann: Jetzt kann’s losgehen!
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Reply to “Öfter mal den Rückzug antreten… (Kleines 1×1 des Betens, Folge 2)”