ÖKT 2010: Anreise

Die Fahrt zum ÖKT begann sehr entspannt. Nachdem ich auf Fraukes Anraten hin auf einen Fußmarsch in aller Herrgottsfrühe verzichtet und mir die Bequemlichkeit eines wartenden Taxis gegönnt hatte (6€ plus Trinkgeld), blieb mir noch ein wenig Zeit, den (natürlich zu dieser unchristlichen Zeit noch ruhenden) Umbau des Lüneburger Bahnhofs gebührend zu bewundern. Endlich ein McDonalds mit “rail in” in unserer “Hansestadt”! Ja, unzweifelhaft: Wir sind Weltstadt.

Dankenswerterweise war es in dem ICE, der mich rechtzeitig dem halbstündig verspäteten Sonderzug nach München zubringen sollte, noch sehr ruhig – leise Schnarchlaute durchzogen das Großraumabteil. Schlafen konnte ich allerdings nicht mehr – und die Fahrt war mir dafür auch viel zu kurz – und so hatte ich die Möglichkeit, in Stille meinen Gedanken nachzuhängen, die trübe Dämmerung zu genießen und meine Hoffnung für diese Kirchentag, mein erster überhaupt und ein ökumenischer noch dazu, zu formulieren: Um Impulse geht es mir, Ideen, Anregungen, die über mein bisheriges Sichtfeld hinausgehen. Und um Begegnung mit Menschen, die mir so fremd nicht sein können.

Um kurz nach halb acht saßen wir dann erst zu fünft, später dann zu sechst im Abteil, eine bunte Mischung, und ich hatte Glück: es sind junge, offene, aber nicht überschwengliche Leute aus Hamburg (2 Jungs, 2 Mädels) und ein Mann mittleren Alters, zurückhaltend, aber nicht abweisend, in Kassel zugestiegen. Über den uns verbindenden Glauben sind wir zwar noch nicht in’s Gespräch gekommen – aber man will es ja auch nicht über’s Knie brechen.

Spulen wir noch weitere 6 Stunden vor: Ich sitze nun in der “Lounge” des Münchner 4You – solide beschreibt es in jeder Hinsicht treffend – und überlege, während ich diese abschließenden Zeilen tippe, ob ich jetzt direkt zur Theresienwiese pilgere, wo in einer Stunde die Eröffnungsveranstaltung steigen wird, oder ob ich noch kurz die Innenstadt zwecks Nahrungsaufnahme tangieren soll. (Ich entscheide mich für Letzteres.)

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