Tagzeilen no. 22

Kühl und schwer durch viele Hände gewandert. Viele Male zurechtgelegt auf dem beinahe fertig gedeckten Tisch neben die Gabeln mit dem gleichen geschwungenen Silbergriff. Immer wieder zu später Stunde mit der Klinge zuerst eingetaucht ins Spülwasser mit fernen, müden Gedanken an Gesprächsfetzen und Eindrücke – als wehte nach einem Tag am Fluss noch der Wind in den Haaren und als schiene noch die Sonne ins Gesicht. Wieder in der mit Samt ausgekleideten Pappschachtel aus den Fünfzigern verstaut; in die Rillen neben die anderen Messer gelegt. Als wären sie aufgehoben in diesem Karton, die geselligen Stunden.

1 Comment

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *