Wir Fische

Once, on a morning after a particularly noisy night, Cathy and I were walking down Drake Street and we saw a crow standing in a puddle, motionless, the sky reflected on its surface so that it looked as though the crow was standing on the sky. Cathy then told me that she thinks that there is a secret world just underneath the surface of our own world. She said that the secret world was more important than the one we live in. “Just imagine how surprised fish would be,” she said, “if they knew all the action going on just on the other side of the water. Or just imagine yourself being able to breathe underwater and living with the fish. The secret world is that close and it’s that different.”

(Douglas Coupland: Life After God)

Beim erneuten Lesen des 1994 erschienenen Bands mit Douglas Couplands Kurzgeschichten bin ich einen Moment lang an dem Vergleich mit den Fischen hängengeblieben. Zunächst klingt Cathys Gedankengang ja so einleuchtend wie faszinierend: Ein Fisch, der die Möglichkeit erhielte, seinen Teich zu verlassen und die Parallelwelt oberhalb des Wasserspiegels zu erkunden, würde auf Phänomene treffen, die er vorher niemals für möglich gehalten hätte und wäre sicherlich sehr überrascht. Und wir Menschen erst, könnten wir in das nur knapp unter der Oberfläche unserer Welt schlummernde Geheimnis eintauchen…!

Dann wurde mir aber klar, dass auch in dieser höchst verwunderlichen geheimen Welt auf der anderen Seite des Spiegels jeder Fisch lediglich nach Futter und Partnern zur Fortpflanzung suchen würde, und neben den notwendigen Körperorganen zudem weder die intellektuellen noch die emotionalen Kapazitäten hätte, den Zauber dieses unbekannten Universums wahrzunehmen geschweige denn zu genießen. Und dass es uns Menschen wohl auch nicht viel anders gehen wird, wenn wir uns nicht durch gewisse, quasi evolutionäre Prozesse geistig und geistlich derart verwandeln lassen, dass uns das wartende Geheimnis irgendwann ein Heim werden kann.

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